Geschichte der Pfarrei St. Felizitas

Bobingen liegt an der ehemaligen Römerstraße, die von Augsburg über Schwabmünchen an den Bodensee führt. Ob der Ort schon in römischer oder vorrömischer Zeit bestand, ist nicht zu klären. Sicher wurde Bobingen besiedelt bei der Einwanderung der Alemannen um 500. In der Vita des Hl. Ulrich (um 990) wird der Ort Pobinga erstmals urkundlich erwähnt (im 11. Jahrhundert Bobingin). Bobingen wurde 1969 zur Stadt erhoben. Mittlerweile hat die Stadt Bobingen ca. 16.500 Einwohner (mit den Stadtteilen Straßberg, Burgwalden, Reinhartshausen, Waldberg und Kreuzanger). 
Bobingen liegt ca. 15 km südlich von Augsburg im Bereich der Westlichen Wälder und hat beste Verkehrsanbindungen. Sie verfügt neben einer guten Infrastruktur (einschl. Realschule) auch über ein abwechslungsreiches kulturelles Angebot sowie vielfältige Freizeit-, Sport- und Erholungsmöglichkeiten.
 Wer Bobingen in Nord-Süd-Richtung durchfährt, kommt an den drei Kirchen des Ortes vorbei. 
Die Pfarrkirche St. Felizitas, schon von weitem sichtbar, steht wie eh und je im Zentrum. 
Die Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau begrenzte einst das Dorf im Süden, 
die Kapelle St. Wolfgang und St. Wendelin im Norden. 
Das alte Dorf mit seiner bäuerlich geprägten Tradition und die moderne Industriestadt berühren sich hier unmittelbar.

 

Die Pfarrkirche als Dorfmittelpunkt und Herzstück unserer Stadt

Auf einer Anhöhe in der Ortsmitte von Bobingen präsentiert sich die Pfarrkirche St. Felizitas als stolzer, erhabener Blickfang. Jeder Reisende, der sich Bobingen nähert, erkennt die Pfarrkirche als Wahrzeichen und städtebauliches Herzstück unserer liebenswerten Stadt. Ihr massiver, gotischer Spitzturm, 49 m hoch, und der massive Kirchenbau erheben sich stolz aus dem Stadtbild. Der Platz um das Gotteshaus ist zugleich das geschichtsträchtigste Areal der Stadt.

In der geschichtlichen Überlieferung ist von einem römischen Wachturm die Rede. Dr. Schäfer vermutet den Sitz des alemannischen Sippenältesten und Dorfgründers Pobo bei der früheren Hausnummer 206 unmittelbar an der Grundstücksgrenze zwischen Kirchhof und Gasthof Deuringer; also an bevorrechtigter Stelle. Seine These von der zentralen Bedeutung des Bereichs um die Kirche wird u.a. durch das Vorhandensein von Brauerei, Gasthof mit Fremdenbeherberung, Mühle und Schmiede untermauert.


Im Bobinger "Freythof" wurden die Toten vom 8. Jahrhundert bis 1925 bestattet. Der Kirchhof war im Mittelalter stark befestigt. An seiner Süd- und Westseite befanden sich Tortürme. Ein eigener Friedhofsbrunnen sollte helfen, eine längere Belagerung zu überstehen; er wurde erst nach dem 1. Weltkrieg endgültig zugeschüttet. 
Über die Bedeutung des Kirchhofes als Dorfmittelpunkt geben auch einige Gebäude Aufschluss. 

Westlich des bereits erwähnten Hofes Nr. 206 stand vermutlich das in den bischöflichen Erbhuldigungsakten genannte "Steinhaus neben der Kirche" (Besitzer: Graf Leopold Fugger). Bis 1878 befand sich das Feuerwehrhaus an der Nordostecke der Kirchhofmauer (als Haus Nr. 39 1/2). Das Gebäude mit der Hausnummer 39 (heute Römerstraße 2) war wechselweise im Besitz von Kirche und Gemeinde. Es diente als Armenhaus, Mesnerwohnung, Schule und Lehrerwohnung. Die Schule hatte lange Zeit in unmittelbarer Nähe der Kirche ihre Bleibe, zunächst im Turm an der Westmauer und später wurde im Haus Nr. 39. 1828 wurde ein neues Schulhaus (Haus Nr. 39 1/3) an der südlichen Grundstücksgrenze errichtet. Es fand später als Rathaus Verwendung, dann Landespolizeiinspektion und jetzt ökumenische Sozialstation. Die wenigen Hinweise auf die Vergangenheit zeigen, dass das Gelände um die Pfarrkirche St. Felizias immer Dorfmittelpunkt war –  von der Ansiedlung des Sippenältesten angefangen bis hin zur jahrhundertelangen Bestattung der Toten. 

 

Seelsorger der Gemeinde


Dankbar gedenkt die Gemeinde der Seelsorger aller Jahrhunderte und besonders der jüngeren Vergangenheit. 
Stellvertretend für alle seien hier die Pfarrer des 20. Jahrhunderts aufgeführt.

  • Pfarrer Johann Happach, in Bobingen St. Felizitas von 1881 – 1906
  • Pfarrer Franz Servatius Holzmann, in St. Felizitas von 1906 – 1918
  • Pfarrer und Schuldekan Alois Brugger, in St. Felizitas von 1919 – 1932
  • Geistl. Rat Oskar Müller, in St. Felizitas von 1932 – 1957, Ehrenbürger und Renovierer 
aller 3 Bobinger Kirchen
  • Geistl. Rat Johann Stegmann, in St. Felizitas von 1957 – 1971, gebürtig aus Weilheim/Ober
bayern, Erbauer des jetzigen neuen Pfarrhauses und 1. Stadtpfarrer
  • Stadtpfarrer Dr. Konrad Lachenmayr, in St. Felizitas von 1971 – 1977, Gründer der Sozial
station und des Kindergartens St. Felizitas
  • Geistl. Rat Franz Schmid, gebürtig aus Illertissen, in Bobingen Stadtpfarrer vom 12.02.1978 
bis 31.08.1999, Erbauer des Laurentiushauses und Dekan von 1992 – 1996
  • Stadtpfarrer Albert Mahl von 01.09.1999 bis 01.09.2010
  • 01.09.2008 bis 31.08.2010 Kaplan Benjamin Beck
  • 01.09.2010 bis 31.08.2012 Kaplan Pater George Valiyamangalam
  • Seit 01.02.2011 Stadtpfarrer Thomas Rauch
  • Zahlreiche Kapläne und Benefiziaten, Ruhestandsgeistliche, ehrenamtliche und hauptamtliche Laien haben durch die Zeit die Seelsorger in ihrer Arbeit unterstützt!